Die Symbiose von Elektronik und Papier

Ein Zukunfts-Szenario von Print heißt gedruckte Elektronik. Die ersten Anwendungen stehen bereits vor der Tür.
Die Tür steht weit offen…

Wenn Ihre Zeitung zu Ihnen spricht

Können Sie sich vorstellen, dass ihre Zeitung keine Fotos mehr enthält, sondern Videos? Die Stromquelle für die Videos ist in die Zeitung integriert. Beides, sowohl Video-Screen als auch die Solar-Zellen, die die Screens mit Energie versorgen, werden einfach aufgedruckt.

Was nach „Science-Fiction“ klingt, ist schon längst dem „Fiction“-Stadium entwachsen. Diese konsequente Weiterentwicklung von Video in Print ist schon längst in der Wirklichkeit angekommen. Das beweisen erste zaghafte Versuche des amerikanischen Magazins Esquire aus dem Jahr 2008. Printed Electronics lautet das Stichwort. Darunter versteht man Solarzellen, Displays, Speicher, Batterien, RFID-Chips (Radio-Frequenz-Identifikation) und Sensoren, die gedruckt werden. Dass das funktioniert und dass die notwendigen Druckmaschinen und die entsprechenden Tinten, sogenannte Nano-Inks, existieren, davon konnte man sich Anfang Juni bei der Lope-C in Frankfurt vergewissern. Hier wurde auch ein gedruckter Speicher gezeigt. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit bis gedruckte Speicher ausreichend groß sind, um kleinere Video-Filme aufnehmen zu können. Der Massenfertigung von sogenannten interaktiven Print-Produkten steht dann nichts mehr im Weg.

Schlüsseltechnologie Organische Elektronik

Glaubt man den Auguren der Printed-Electronics-Branche, dann ist der Markt für gedruckte und organische Elektronik riesengroß. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDTechEx wird der Weltmarkt von derzeit knapp 1,2 Mrd. im Jahr 2009 auf mehr als 5 Mrd. US-$ im Jahr 2011 steigen. 2027 soll der Umsatz gar die 300 Mrd. US-$-Marke durchbrechen.

Aber was steckt hinter Printed Electronics? Organische Elektronik basiert auf Polymeren und kleinen Molekülen der organischen Chemie mit metallischen und halbleitenden Eigenschaften. Für ihren Einsatz als gedruckte Elektronik müssen sie im Nanometerbereich sehr homogen in mehreren Lagen übereinander auf flexible Träger aus Plastik oder Papier gedruckt werden. Das enorme Marktpotenzial erschließt sich allerdings erst, wenn es gelingt, die recyclebare Einweg-Elektronik kostengünstig und fehlerfrei zu drucken. Hier scheint die Branche kurz vor dem Durchbruch zu stehen.

Friday, 18.June 2010

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