KI im Marketing und in der Medienproduktion: Wo Unternehmen heute stehen & was sie beschäftigt
20. Februar 2026KI ist längst im Marketing angekommen - Werkzeuge wie ChatGPT oder Claude sowie Bildgeneratoren kommen zum Einsatz um die Effizient im Marketing zu steigern.
Doch wie weit ist der Einsatz in Unternehmen tatsächlich? Und wo liegen die größten Chancen und Risiken? Im Rahmen unserer Kundenbefragungen liefern unsere Kunden:innnen interessante Einblicke.
1) KI ist verbreitet – aber oft noch ohne klare Prozesse
Die Ergebnisse zeigen: KI wird bereits breit genutzt, allerdings vor allem in einem frühen Reifegrad.
Ein Großteil der Befragten gibt an, KI punktuell einzusetzen und einzelne Tools zu testen, jedoch ohne klaren Prozess.
Auszug aus der Befragung: In welchem Ausmaß setzen Sie derzeit KI-basierte Lösungen im Marketing bzw. in der Medienproduktion ein? Mehrfachauswahl möglich
Nur etwa 10% haben definierte Prozesse, in denen KI ein fixer Bestandteil ist, 6% arbeiten an einer unternehmensweiten KI Strategie für Marketing/Kommunikation.
Unsere Einordnung: Der Einsatz ist verbreitet, aber in vielen Fällen noch experimentell oder projektbezogen. Dass nur wenige Unternehmen KI bereits strategisch oder in festen Prozessen verankert haben, ist nachvollziehbar: In KMU startet der Einsatz oft pragmatisch mit schnell umsetzbaren Einzelfällen, während Ressourcen für Standardisierung und Change-Management begrenzt sind. Unsicherheiten zu Recht, Datenschutz sowie Qualitäts- und Markenkonsistenz halten viele zusätzlich im Test- oder Projektmodus - der Bedarf nach einer Strategie entsteht meist erst mit zunehmender Nutzung.
2) Chancen: Effizienz steht klar im Vordergrund
Bei den erwarteten Potenzialen dominieren Anwendungsfälle rund um Content-Erstellung und kreative Unterstützung. Knapp zwei Drittel der Befragten sehen die größten Chancen in Effizienzgewinnen bei Texten, Bildern und Layouts; rund ein Drittel nutzt KI zudem als „Sparringspartner“ für Ideenfindung und Recherche.
Deutlich seltener werden Potenziale in Datenorganisation oder Analytics gesehen. Insgesamt wird KI damit vor allem als Hebel für Geschwindigkeit und Output verstanden – wobei Themen wie PIM/DAM und die Strukturierung von Marketing-Assets mit zunehmender Nutzung an Bedeutung gewinnen dürften.
3) Herausforderungen: Qualität, Recht und Marke im Fokus
Bei den Risiken stehen zwei Themen klar im Vordergrund: Qualität und rechtliche Rahmenbedingungen. Genannt werden vor allem unzureichender Output bzw. zusätzlicher Nachbearbeitungsaufwand sowie rechtliche Unsicherheiten (z.B. Urheberrecht, Nutzungsrechte, Datenschutz).
An dritter Stelle folgt die Sorge um Markenauthentizität und eine konsistente Markenführung (Corporate Design, Bildsprache).
Insgesamt sind die Bedenken weniger grundsätzlich („KI ja/nein“), sondern drehen sich vor allem darum, wie KI sicher, markenkonform und rechtskonform eingesetzt werden kann – Qualität, Recht und Marke bilden dabei die zentralen Leitplanken.
4) Von der Idee zur Umsetzung: Wo Unterstützung am meisten hilft
Auf die Frage nach möglicher Unterstützung durch externe Spezialist:innen zeigt sich ein differenziertes Bild.
Rund ein Viertel sieht keinen konkreten Bedarf, knapp dahinter wird Begleitung bei Kreation und Produktion von Marketingmedien genannt. Fast gleichauf folgen Beratung und Strategie, Prozessoptimierung bzw. Workflow-Integration sowie Schulungen und Guidelines. Insgesamt verteilt sich der Unterstützungsbedarf damit auf mehrere Felder – von strategischer Orientierung bis zu sehr praktischer Umsetzung im Alltag.
Fazit: Weniger Tools, mehr Klarheit
Die Befragung beschreibt eine klassische Adoptionskurve: KI wird bereits breit genutzt, als Effizienzgewinn wahrgenommen und kreativ eingesetzt – das Experimentieren hat seinen Zweck erfüllt. Doch Qualitätsfragen, rechtliche Unsicherheiten und die Sorge um Markenkonsistenz machen deutlich, dass der Testmodus an seine Grenzen stößt.
Der nächste Reifegrad ist keine Frage der Tools, sondern der Struktur: definierte Anwendungsfälle, klare Freigabeprozesse, Guidelines für Tonalität und Bildsprache sowie ein pragmatischer Umgang mit Datenschutz und Nutzungsrechten.
Wer diesen Schritt geht, verwandelt KI vom hilfreichen Experiment in einen verlässlichen Bestandteil der täglichen Marketing- und Medienproduktion.
Download Umfrage Ergebnisse
Die gesamte Auswertung unserer Kundenbefragung 2026 können Sie als PDF downloaden. Bitte geben Sie Namen und E-Mail bekannt, Sie erhalten anschließend das PDF per E-Mail.
Dieses Ergebnis ist Teil 2 der Kundenbefragung 2026 - Details zur allgemeinen Kundenzufriedenheit bei R12 können Sie hier nachlesen.