Zwischen Print und Digital: Fakten statt Vorurteile

27. November 2025

In einer zunehmend digitalisierten Welt hört man oft, Print Marketing sei nicht mehr zeitgemäß. Gedruckte und digitale Maßnahmen werden dabei häufig als Gegensätze betrachtet, die um Aufmerksamkeit und Budgets konkurrieren. 

Gleichzeitig kursieren zahlreiche Mythen rund um gedruckte Marketing-Medien, die sowohl ihre Rolle als auch ihre Wirkung verzerrt darstellen. Wir nehmen diese Annahmen sachlich unter die Lupe - ohne Print besserzustellen oder digitales Marketing abzuwerten (oder umgekehrt). 

Mythos 1: Print Marketing ist veraltet (oder sogar tot)

Dies ist einer der hartnäckigsten Mythen - tatsächlich habe ich die Aussage “Print ist tot” Ende der 90er zum ersten Mal gehört.
Aktuelle Daten zeigen ein differenziertes Bild: Print ist lebendig und wirtschaftlich relevant - insbesondere in Kombination mit digitalen Kanälen.

Beispielsweise sind Konsumenten, die Print-Materialien erhalten, 70% eher geneigt, sich die Marke zu merken, im Vergleich zu digitalen Anzeigen1.
Eine Studie von financesonline.com berichtet zudem, dass gedruckte Direct-Mailings eine Kundenreaktionsrate von 9 Prozent erreichen, im Vergleich zu digitalen Marketingkanälen, die etwa bei 1 Prozent liegen2.

Print ist nicht tot, sondern bleibt - richtig eingesetzt - ein wirksamer Kanal.
Und bietet in der übersättigten digitalen Sphäre einen erfrischenden Gegenpol.​

1 Canada Post Corporation. "A Bias for Action / Understanding the Impact of Physical Communications through Neuroscience", (Juli, 2015)
2 financesonline.com. "26 Relevant Print Marketing Statistics: 2024 Ad Spending & Impact", (2024)

Mythos 2: Print Marketing lohnt sich nicht

Das kommt darauf an – gut und gezielt eingesetzt, können Investitionen in Print sehr profitabel sein. Die finanzielle Performance von Print Marketing erreicht in vielen Fällen Werte, die mit digitalen Kanälen vergleichbar oder sogar besser sind, wenn die Umsetzung gezielt und datenbasiert erfolgt.

Im Jahr 2024 haben 84% von befragten Marketern angegeben, Direct Mailings hätten den höchsten ROI im Vergleich mit allen anderen Kanälen3.
Der ANA Response Rate Report von 2023 stellt ebenso attraktive ROI Werte fest: 161% Profit-ROI deutlich vor E-Mail (44%)4.

Zur Messbarkeit: sie galt bei Print-Kampagnen in der Vergangenheit als schwierig bis unmöglich. Mit Technologien wie QR-Codes, personalisierten URLs und Custom-Discount-Codes ist es hingegen möglich, Kundenkontakte und Kampagnen-Daten zu verfolgen, genauso wie bei digitalen Kanälen.​

3 Lob and Comperemedia. "The State  of Direct Mail Marketing", (2024)
4 ANA. "ANA Response Rate Report, 2023", (2023)

Mythos 3: Print ist nichts für junge Menschen

Stimmt so nicht - klar, junge Menschen sind stark in den digitalen Medien verankert. Jedoch: auch jüngere Generationen reagieren überraschend positiv auf gedruckte Marketing-Medien. Unter-35-Jährige haben lt. Marketreach heute die höchste Interaktion mit Direct Mail5. Die USPS-Generationenstudien stellen zudem fest, dass Millenials besonders stark zu Käufen und Websitebesuchen durch Direct Mail motiviert werden6.

Unsere Einschätzung: jüngere Generationen reagieren auf Print und schätzen die Haptik und die Vertrauenswürdigkeit (im Vergleich zu digitalen Medien). Und Print kann eine attraktive Ergänzung zum ständigen digitalen Rauschen bieten. Print Marketing erreicht alle Zielgruppen, wenn die Ausführung zielgruppengerecht erfolgt.

5 Marketreach.co.uk. “Direct mail – Year in Review 2022”, (2022)
6 USPS, "Mail & E-Commerce Through the Ages", (2021)

Mythos 4: Print ist schlecht für die Umwelt

Dass Print-Marketing grundsätzlich nicht umweltfreundlich sei, ist falsch; der Sachverhalt ist komplexer. Moderne Drucktechnologien, die Verwendung von recyceltem oder nachhaltig gewonnenem Papier sowie die Effizienz von Digitaldruckverfahren und Print-on-Demand machen Print-Marketing heute umweltfreundlicher als oft angenommen. Wie “schlimm” etwas im Endeffekt ist, hängt massiv davon ab, wie und wo produziert wird.

Zudem hat auch die digitale Kommunikation einen ökologischen Fußabdruck (Server, Rechenzentren, Endgeräte, etc.), welcher in der Wahrnehmung oft ausgeblendet wird und immer weiter wächst. Beispielsweise ist in der Ökobilanz Studie zu lesen, das gedruckte Anzeigen nur 67 kg CO₂ verursachen, während Online-Werbebanner 102 kg CO₂ pro 1 Million Impressionen erzeugen7.

Beide Kanäle haben Umweltauswirkungen - entscheidend ist, wie produziert wird (Papier, Tinte, Drucktechnologie), wo die Energie herkommt und wie effizient das Marketing-Instrument eingesetzt wird.

7 Öko-Institut Freiburg, "Vergleichende Bewertung des Treibhausgaspotenzials von Printwerbung im Vergleich zu Online-Werbung", (November, 2025)

Die intelligente Kombination macht den Unterschied

Für Marketingprofis bedeutet das klar: Print hat einen strategischen Platz im Marketing-Mix. Die beste Marketingstrategie ist nicht die Wahl zwischen Print oder Digital - es ist die intelligente Kombination beider Kanäle, angepasst an Zielgruppe, Produkt und Unternehmensziele.

Die Daten zeigen: Weder Print noch Digital sind per se überlegen. Erfolgreiche Kampagnen nutzen die spezifischen Stärken jedes Kanals und schaffen durch ihre Verzahnung Synergien, die über die Einzelwirkung hinausgehen.

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